Gegradete oder ungegradete Pokémon-Karten?
Gegradete und ungegradete ("rohe") Karten haben beide ihren Platz in einer Sammelkarten-Strategie. Die richtige Wahl hängt vom Preisniveau der Karte und davon ab, wie viel Gewissheit ein Investor benötigt.
Was Grading tatsächlich bewirkt
Professionelle Grading-Dienste prüfen Zentrierung, Ecken, Kanten und Oberfläche einer Karte, vergeben dann eine numerische Bewertung - oft auf einer Skala von 1 bis 10 - und versiegeln die Karte in einer manipulationssicheren Hülle. Dieser Prozess bestätigt die Echtheit und friert den Zustand der Karte zum Zeitpunkt der Bewertung ein.
Gegradet vs. ungegradet: die Abwägungen
- Preis. Gegradete Karten verkaufen sich in der Regel teurer als dieselbe ungegradete Karte, besonders bei hohen Bewertungsstufen, da der Käufer für Gewissheit bezahlt.
- Echtheit. Grading-Dienste prüfen auf Fälschungen und Manipulationen. Bei einer ungegradeten Karte ist man stärker auf den Ruf des Verkäufers und die eigene Fachkenntnis angewiesen.
- Zustandssicherheit. Der Zustand einer gegradeten Karte ist festgelegt und dokumentiert. Bei einer ungegradeten Karte hängt die Einschätzung des Zustands vom jeweiligen Käufer ab und variiert entsprechend.
- Aufwärtspotenzial. Manche Investoren kaufen ungegradete Karten, von denen sie eine hohe Bewertung erwarten, und lassen sie anschließend graden, um die Preislücke zwischen roher und gegradeter Karte zu erschließen. Das birgt das Risiko, dass die Karte niedriger als erwartet bewertet wird.
- Grading-Kosten und Dauer. Das Einreichen einer Karte zum Grading kostet Geld und kann Wochen bis Monate dauern, was zusätzliche Kosten und Verzögerungen mit sich bringt, bevor die Karte als gegradet verkauft werden kann.
- Liquidität. Gegradete Karten, besonders von anerkannten Grading-Diensten, lassen sich generell leichter zu einem vorhersehbaren Preis verkaufen als ungegradete Karten mit unsicherem Zustand.
Welcher Ansatz zu welchem Investor passt
Investoren, die Preissicherheit und einfacheren Wiederverkauf wünschen, bevorzugen meist bereits gegradete Karten, auch zu einem Aufpreis. Investoren, die sich zutrauen, den Zustand einer Karte selbst einzuschätzen, und bereit sind, das Risiko des Grading-Ergebnisses zu tragen, kaufen manchmal ungegradete Karten wegen der geringeren Anfangskosten.
Garantiert eine hohe Bewertung eine Wertsteigerung der Karte?
Nein. Eine hohe Bewertung bestätigt den Zustand, nicht die zukünftige Nachfrage. Eine perfekt gegradete Karte aus einer Franchise oder einem Set, das an Sammlerinteresse verliert, kann trotzdem im Wert fallen.
Lohnt es sich, eine Karte vor dem Verkauf selbst graden zu lassen?
Das hängt vom geschätzten Wert der Karte ab. Grading-Kosten und -Dauer lohnen sich eher bei Karten, bei denen die Preislücke zwischen roher und gegradeter Karte groß genug ist, um die Kosten zu decken.
Welche Grading-Dienste sind am meisten anerkannt?
Eine kleine Zahl etablierter Grading-Dienste ist bei Sammlern und Händlern breit anerkannt; Karten von weniger bekannten Diensten verkaufen sich oft mit Abschlag, unabhängig von der vergebenen numerischen Bewertung.
Kapital ist Risiken ausgesetzt. Kartenwerte, gegradet oder ungegradet, können sowohl fallen als auch steigen. Die vergangene Wertentwicklung ist kein Hinweis auf zukünftige Ergebnisse. Bitte prüfen Sie vor einer Investition die vollständigen Anlageunterlagen.
